Silke Gonska: Biographie

 

 

Hörbuch-Projekt  

„Im milden Glanz der Bratwurst

6 Jahre UTOPIA in Weimar“ (Arbeitstitel) 

1919-1925: Gründung, Errichtung und Vertreibung des Weimarer Bauhauses

Eine dokumentarisch-musikalische Revue

Eine große allumfassende Kunst setzt geistige Einheit ihrer Zeit voraus, sie braucht die innigste Verbindung mit der Umwelt, mit dem lebendigen Menschen.

Walter Gropius 1919

Jene verzerrten Idiotenköpfe und bizarren menschlichen Körper, all jene schizoiden Kritzeleien und Verlegenheits-Experimente sind Niedergangswerte, die von den Meistern des Bauhauses theatralisch zu Kunst aufgeblasen werden.

Weimarische Zeitung 1924

Mitten im politischen Chaos nach Weltkrieg, Novemberrevolution, Abdankung des deutschen Kaisers und Konstitution des Freistaates Thüringen und in der Zeit einer immer grotesker werdenden Inflation gründet Walter Gropius in Weimar das Bauhaus – just während im Nationaltheater über die erste demokratische Verfassung Deutschlands debattiert wird.

Erfüllt vom Ideal des Aufbruchs in eine neue Gesellschaft holt er einige der interessantesten Figuren der europäischen Kunstszene in die kleine Stadt an der Ilm und initiiert einen Umbruch ästhetischer Werte, der die Architektur und die Kunst des gesamten 20. Jahrhunderts nachhaltig beeinflussen sollte. 

Das Wort katastrophal  reicht nicht aus, wenn man versucht, die gesellschaftlichen und ökonomischen Voraussetzungen jener Jahre zu schildern, in denen Meister und Schülerschaft des Bauhauses gemeinsam ihr epochemachendes Projekt beginnen. Unbedingte Arbeitsbereitschaft, Tapferkeit bis an den Rand der Selbstaufgabe und Wille zum demokratischen Miteinander aller Beteiligten begleiten ihren Aufbruch. Und doch endet der Weimarer Versuch des Bauhauses nach kaum mehr als fünf Jahren. Er scheitert an Ignoranz und Unverständnis der einflussreichen Weimarer Kulturbürger, am verbissenen, aggressiven Hass deutschnationaler Kleingeister, aber auch an mangelnder politischer Unterstützung durch das liberale bürgerliche Lager.

Hochfliegende Deklarationen zur künstlerischer Arbeit, intensive Debatten zur kollektiven Selbstfindung, aber auch anrührende Erzählungen vieler Beteiligter über ihren Alltag berichten vom diesem wundervollen Versuch, nach einem fürchterlichen Weltkrieg Demokratie und Menschlichkeit durch eine erneuerte Kunst in die Gesellschaft zu tragen. Und viele Dokumente dieses Kampfes um das Weimarer Bauhaus lassen auch bereits die unsäglichen Scheiterhaufen ahnen, auf denen nur wenige Jahre später einige der besten Früchte einer über tausendjährigen deutschen Kultur von einem entfesselten Mob in Flammen des Hasses verbrannt werden wird. 

Der Weimarer Komponist und Autor Frieder W. Bergner erzählt die Geschichte dieser bewegten Jahre, zitiert Texte aus dem Umfeld des Bauhauses, regionale und überregionale Pressestimmen, Briefe von Meistern und Schülern,  Rezensionen zeitgenössischer Kunstkritiker sowie Plenumsprotokolle der "Bauhaus-Debatte" aus dem Thüringer Landtag 1923 und verbindet diese mit Jazzkompositionen nach lyrischen Texten jener Jahre zu einer musikalischen Revue in der Form eines Hörbuches.  

Bei der Studioproduktion werden neben dem prominenten Schauspieler Peter Sodann,  Sprecher der Erzählerrolle, heutige Weimarer, Künstler und Studierende, welche sich mit den Ideen des Bauhauses verbunden fühlen, mit dokumentarischen Texten lesend zu Wort kommen. 

„Erzählt worden ist die Geschichte des Bauhauses schon oft. Generationen von Historikern haben sie akribisch und mit Inspiration erforscht und reich bebilderte Dokumentationen dazu verfasst. Denen wollen wir mit unserer Erzählung keine Konkurrenz machen. Nein, wir Weimarer von heute betrachten die Geschichte vom Scheitern des Bauhauses als ein Teil der Geschichte unserer Stadt, in der wir uns angenommen und zu Hause fühlen möchten, anders, als es den Helden unserer Erzählung damals widerfahren ist.  Wir wünschen uns UNSER WEIMAR heute anders, als es damals war. Weniger Missgunst und Neid, ein bisschen weniger Dummheit und boshafte Aggression und – HOFFENTLICH – mehr Offenheit für das Prinzip der geistigen Erneuerung, ein Prinzip, auf das keine menschliche Gesellschaft, weder damals noch heute, verzichten kann.

Und natürlich wollen wir auch eine spannende Geschichte erzählen, eine Geschichte voll fantastischer Ereignisse, verrückter Ideen, schräger Typen und überraschender Wendungen, ganz so, wie sie nur das Leben selbst hervorbringt.“

Vertont wurden lyrische Texte u.a. von

Kurt Schwitters, Hans Arp, Emmy Hennings, Hugo Ball, Erich Mühsam, Max Ernst, Rose Ausländer und Jakob van Hoddis.

Gelesen werden ausgewählte Text- und Brieffragmente folgender Autoren: 

Walter Gropius, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky, Johannes Itten,

Paul Klee, Georg Muche, Bruno Adler sowie der Bauhausschüler Soupault und Xanti Schawinsky,

weiterhin der Bauhaus-Gegner Generalleutnant Hasse (Reichswehr), Dr. Ing. Nonn und Dr. E. Herfurth.

Außerdem werden zitiert:

Protokolle aus Vollversammlung und Meisterrat des Bauhauses, aus dem Thüringer Landtag 1924 und Artikel aus Weimarische Zeitung, Frankfurter Zeitung, Vossische Zeitung, Deutschland, Berliner Tageblatt, 8 Uhr Abendblatt (Berlin) u.a.m.

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Aktuell: Die Musikaufnahmen zum Hörbuch sind im Studio größtenteils abgeschlossen.

Hörprobe: Schlußlied des Hörbuches (nach einem Gedicht von Hugo Ball)

* Die Studioaufnahmen der Erzählerrolle mit Peter Sodann werden im August 1017 abgeschlossen. * SprecherInnen für weitere Rollen werden gesucht. *  Für die Finanzierung von weiteren Sprecherhonoraren (2017), für Booklet und für die Herstellung der CDs (ab Januar 2018) werden noch Unterstützer bzw. Sponsoren gesucht!

Zum derzeit entstehenden Hörbuch gibt es bereits eine gleichnamige Live-Performance: Duo/6 Jahre UTOPIA live

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